Der Publizist und Politiker wurde am 14. Mai 1867 in Berlin geboren. 1899-1905 war er
Redakteur des "Vorwärts", den er jedoch aufgrund eines Richtungsstreites
innerhalb der SPD verlassen mußte, und seit 1910 Mitarbeiter der "Münchener
Post" sowie Herausgeber des "Arbeiterfeuilleton". Anfänglich dem
liberal-sozialen Friedrich Naumann nahestehend, hatte Eisner 1914 den Kriegskrediten
zugestimmt, doch sein Wandel zum revisionistischen Sozialdemokraten und entschiedenen
Pazifisten veranlaßten ihn, 1917 der USPD beizutreten.
Da er im Januar 1918 den Berliner Munitionsarbeiterstreik agitatorisch unterstützte,
hielt man ihn bis zum Oktober 1918 in Haft. Kurze Zeit darauf nutzte Eisner die
niedergeschlagene Stimmung in der bayrischen Hauptstadt, um dort am 7./8. November 1918
Bayern als erstes Land des Deutschen Reiches zur Republik zu proklamieren, zum
"Freistaat Bayern". Er wurde Vorsitzender des Arbeiter-,Soldaten- und
Bauernrates sowie Ministerpräsident der Regierung von SPD und USPD.
In der Folgezeit vertrat er nachdrücklich das föderalistische Prinzip gegen alle von
Berlin aus gehenden Zentralisierungstendenzen. Die bevorstehenden Landtagswahlen versuchte
er hinauszuzögern, da ihm die junge Demokratie noch nicht gefestigt schien. Am 12. Januar
1919 erlitt dann die USPD bei den Wahlen eine schwere Niederlage. Als sich Eisner am 21.
Februar 1919 zum Landtag begab, um seinen Rücktritt bekannt zu geben, wurde er von dem
jungen Offizier Graf von Arco auf Valley erschossen.
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